- islands in the Atlantic
Geographie |
Dieses Kapitel soll einen kurzen Überblick über die regionalen Besonderheiten geben, die - eine jede auf ihre Weise - Einfluß auf die sensible wirtschaftliche als auch sozio-demographische Struktur ausüben. | ||
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Die Hebriden sind eine Nordwestschottland 20 bis 50 km vorgelagerte und zu Schottland (UK) gehörende Inselgruppe, die sich in die Äußeren Hebriden (Hauptinsel Lewis, Hauptstadt Stornoway) und Inneren Hebriden (Hauptinsel Skye, Hauptstadt Portree) unterteilt. Die Hebriden umfassen insgesamt über 500 Inseln mit einer Fläche von 7285 km2 ; davon entfallen 2.898 km2 auf die Äußeren Hebriden (ca. 56°N 8°W - 59°N 6°W). Fährverbindungen bestehen zwischen allen Hauptinseln und Skye bzw. dem schottischen Festland (siehe Bild).
< Outer Hebrides & CalMacferry connections |
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GeologieDie im Altertum als Ebudae (Ptolomäus) und Hebudes (Plinius) bekannten Inseln bestehen aus verschiedenen, hauptsächlich metamorphen Gesteinstypen Gneis, Granit, Schiefer & Basalt. Der aufgrund seines Alters von ca. 3000 Millionen Jahren wahrscheinlich berühmteste Vertreter ist der Lewis-Gneis (Bild). Bedeckt wird der Stein an vielen Stellen von Torf (595 km2 x ca. 1,5 m) und Moor, d.h. saurem Boden sowie Sand machair mit Ph-Werten ebenfalls < 7. Außer Wind und Wasser stellen Sand, Split, Stein, Torf, Kelp und Mineralien wichtige Rohstoffe für den regionalen als auch überregionalen Handel der Inseln dar. |
![]() typical Lewisian stones at the "Butt of Lewis" |
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KlimaDer Golfstrom und der Nordatlantik bilden die Hauptquelle für ein feuchtkühles und stürmisches Klima ohne besondere Extreme. Die Temperaturextreme liegen mit zwischen 7 Grad Celsius im Januar und Februar und knapp 16 Grad C im August dicht beieinander. Harten Frost gibt es aufgrund des atlantischen Einflusses fast nie. In seltenen Fällen frieren die Seen oder "lochs" zu, sind aber nicht sicher begehbar. Das Tagestemperatur-Maximum überschreitet auch im Sommer selten 20 Grad C (im Vgl. zu London: 30 Grad C). Eintausenddreihundert Kilometer nördlich von London liegen die niedrigsten Temperaturen bei fast denselben Werten, das heißt sie sinken selten unter -5 Grad C (im Vergleich zu London: -10 Grad C). Über Wassermangel zu klagen, wäre bei 1200 Millimetern
wohl unpassend. Die flache Westküste von Benbecula wird dabei unwesentlich
mehr bedacht als das an der Ostküste gelegene Stornoway. Die Monate
Oktober bis Januar sind mit ungefähr 45% des Jahresniederschlages
am regenreichsten. Der Regen in den Monaten April und Mai fällt
schauerartig mit durchschnittlich 63 Millimetern pro Monat, wobei die
Hälfte dieser Frühlingstage als trocken bezeichnet werden
können. Abgesehen von Morgennebel, hauptsächlich
anzutreffen im Frühling und im Herbst, wird pro Jahr mit durchschnittlich
ein bis zwei Nebeltagen gerechnet. Auch mit Schneefall
sind die Bewohner der Äußeren Hebriden nicht übermäßig
gesegnet, er wird an ca. 30 Tagen erwartet; betrachtet man die Transportmöglichkeiten,
dann liegt Schnee zum Glück nur an sechs bis sieben Tagen. |
Hebridean weather includes all colors
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GeschichteDie Erstbesiedlung der Äußeren Hebriden begann wahrscheinlich in der frühen Neusteinzeit (ca. 7000 - 3600 v.u.Z.) entlang der Westküste Schottlands und der Inneren sowie Äußeren Hebriden durch Jäger und Sammler. Bei den Äußeren Hebriden sind erste Siedlungen allerdings nicht soweit zurückverfolgbar, da aufgrund des steigenden Meeresspiegels die Küstensiedlungen archäologisch nicht nachgewiesen werden konnten. Andererseits wird vermutet, daß die ersten Siedler die Hebriden ungefähr 1000 Jahre vor der Trennung Englands vom Kontinent erreichten, und die ersten Kanoes, die auf den Inseln Rum und Jura landeten, den Wasserspiegel um zwischen 15 und 40 Metern über dem derzeitigen Wasserstand vorfanden, während auf Arran heute einige der ehemaligen Unterwasserhöhlen von der Küstenstraße aus landeinwärts liegen. Aus der späten Neusteinzeit und Bronzezeit (ca. 3600 - 500 v.u.Z.) stammen die ausgegrabenen Siedlungen in Northon (Harris), Loch Olabhat (North Uist) und Allt Chrisal (Barra). Hierbei handelt es sich um kleine ovale umfriedete Steinhäuser, die - im Gegensatz zu den "stehenden Steinen" (standing stones) - in den Jahren nach 1500 v.u.Z.von schnell ansteigendem Torf vollständig bedeckt wurden. Mit Beginn unserer Zeitrechnung war die Veränderung der kargen und unbedeckten Oberfläche in eine heide- und grasbewachsene Torflandschaft weitgehend abgeschlossen. |
centre of |
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Fragmente von Feldmauern und ovalen Häusern finden sich in Aird Dell und weiteren Gebieten auf Lewis, was von ausgedehnten Siedlungen im Küstengebiet der Inseln zeugt. Weitere Zeitzeugen sind die Kammergräber (chambered cairns) Dun Bharpa (Barra) und Bharpa Langass (North Uist) sowie die Steinkreise Pobull Fhinn (North Uist). Der auf den Äußeren Hebriden wohl bekannteste Steinkreis von Callanish (1857 unter Sir James Matheson weitgehend vom Torf befreit) zeigt deutlich die Ausrichtung der Steine nach Himmelskörpern, d.h. der auf- und untergehenden Sonne und der Wendezeiten des Mondes. Abgesehen von Thesen über die religiöse Verwendung oder mystische Opfer und anderen Festivitäten gibt es keine genauen Erkenntnisse über den speziellen Zweck der Steinkreise. In einigen Fällen findet man im Zentrum der Steinkreise Begräbnisstätten (chambered cairns), auf die sich diese Thesen stützen. Neben den Steinkreisen wurde eine Vielzahl einzelner Standing Stones erichtet, die noch immer die Landschaft dominieren. Bedeutende Ausgrabungsstätten aus dieser Zeit finden sich ebenfalls auf den Orkney Islands (3200 v.u.Z. Skara Brae, 3000 v.u.Z. Maes Howe, Standing Stones of Stenness, Ring of Brodgar) und Papa Westray. Um 2500 v.u.Z. fand ein nicht zuletzt durch das Anwachsen des Torfes bedingter Rückgang der Siedlungsaktivitäten statt. Auf erneute Einwanderungen aus dem Norden und Osten (Skandinavien) lassen Siedlungsruinen aus der Zeit um 1000 v.u.Z. in Jarlshof (Südshetland) schließen, die sich nach Süden fortsetzen. Ein halbes Jahrtausend vorher begann ein kriegerisches Volk indo-germanischen Ursprungs aus dem asiatischen Raum westwärts nach Europa zu migrieren. Ihr Herkunftsgebiet wurde von den Griechen als "Minor Galatia" bezeichnet. Das von ihnen besetzte Gebiet im heutigen Spanien hieß "Galicia"(Galizien). Julius Cäsar besiegte sie in "Gaul" (Gallien). Sie wurden aber von den Griechen auch als "Keltoi" (Kelten) bezeichnet; dieser Terminus wurde auch von George Buchanan im 16. Jh. zur Definition aller der Völker verwendet, die Sprachen der keltischen Sprachfamilie sprachen. Mit diesen Kelten kam eine neue Form der Architektur auf die Hebriden, deren Ursprung in den nördlichen Inseln (Orkneys) zu suchen ist: Befestigungen aus halbgeschmolzenem Steinwerk. Ein gut erhaltenes Fort befindet sich heute in Tobermory/Mull. Eine andere Befestigungstechnik, die ebenfalls auf Orkadische Architektur zurückgeht, entstand ca. 1000 v.u.Z.-100ad und ist heute bekannt als Broch. Die so bezeichneten Bauten sind doppelwandige, sich nach oben verjüngende Rundtürme mit einer kleinen Eingangspforte, die im Angriffsfall mit einem großen Stein verschlossen wurde und diese Wehr-Bauten somit für damalige Kampftechnik während der Clan-Kriege und Fehden fast uneinnehmbar machte. In einigen Fällen wurden sie auch mit Brunnen ausgerüstet und waren so auch einer Belagerung gewachsen, da das Vieh teilweise mit in die Befestigung genommen wurde. Diese oft auf Hügeln erbauten Beobachtungsfesten sind teilweise rekonstruiert worden. Nahe Carlowy/Lewis (Bild) befindet sich eine eindrucksvolle Ruine und das besterhaltene Broch steht auf der Isle of Mousa/Shetland. Die Erdhäuser von Rennibister und Grain (beide ca. 100 v.u.Z.) sind ebenfalls aufschlußreiche Sehenswürdigkeiten aus dieser Zeit.
Die erste Kelten immigrierten ca. 600 v.u.Z. Mit ihnen
kam unter anderem die ersten Bronzeschmiede und
andere "Metallarbeiter" auf die Orkneys und die Hebriden.
Damals sprach man eine Vorform und Mischung des heutigen Gaelisch
und Welsch. Im Norden Schottlands wurde die Sprache von älteren
Elementen korrumpiert und als Piktisch bezeichnet. Die Gälisch
sprechenden Kelten wurden von den einfallenden sächsischen
Stämmen in die Berge von Wales und die Halbinsel des heutigen
Cornwalls vertrieben, sogar bis nach Irland. Von dort aus stieß
dann der Stamm der Scoti nach Albany vor, oder - nach Bezeichnung
der Römer - Caledonia, kurz, dem heutigen Schottland. Die Scoti,
oder Schotten, kamen in den Besitz des Landes und absorbierten die
Picten, eine andere keltische Rasse, und damit
gaben sie dem Land ihren Namen und ihre Sprache. Die die Mittelschicht darstellende Gruppe der Zwischenpächter wanderte während der Clearances und der teilweise freiwillige Emigration fast völlig ab und hinterließ eine Gesellschaft aus "Fischer-Bauern" und "Landadel". Nach den Vertreibungen war eine relativ wohlhabende Pächterschaft mit zumindest einer Aussicht auf ökonomische Entwicklung zerbrochen und demotiviert, über die Meere verteilt, im Gefängnis oder so arm, daß Verbesserung schier unmöglich schien. Seines Mittelstandes beraubt sah sich dieses Gebiet verschiedenen Problemen gegenüber. Mit der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart und den verschiedenen sozialen, kulturellen, kommerziellen und ökonomischen Einflußfaktoren auf das Migrationsverhalten der heutigen Bevölkerung beschäftigt sich meine 1996 eingereichte Magisterarbeit. Falls Sie die ersten Kapitel bereits gelesen haben,
geht es mit dem Kapitel 4: Housing weiter.
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